Im Fokus: Die Studie von Dr. med. vet. Alexandra Dörnath
Ein zentraler Meilenstein in der wissenschaftlichen Aufarbeitung ist eine umfassende, über 700seitige Studie zu den drei exotischen "Nackthund"-Rassen (Xoloitzcuintle, Perro sin Pelo del Perú und Chinese Crested). Verfasst wurde dieses wegweisende Werk von Dr. med. vet. Alexandra Dörnath, Tierärztin für Zoo-, Gehege- und Wildtiere sowie Expertin für exotische Heimtiere. In ihrer Funktion als spezialisierte Veterinärmedizinerin und wissenschaftliche Autorin liefert sie in dieser Untersuchung die entscheidenden Beweise für die Vitalität dieser Tiere:
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Physiologische Normalität: Dr. Dörnath belegt, dass die sogenannte Haarlosigkeit eine stabile Varietät darstellt, die keine krankhafte „Umgestaltung“ des Organs Haut im Sinne des Tierschutzgesetzes bedeutet.
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Klinische Befunde: Bei den untersuchten Tieren konnten keine erhöhten Infektionsraten oder Immundefizite festgestellt werden.
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Widerlegung von Mythen: Durch direkte Vergleiche wurde nachgewiesen, dass die Lebensqualität und die biologische Fitness dieser exotischen Rassen uneingeschränkt gegeben sind.
Zusammenfassung der Studie:
Die alten Haushunderassen Xoloitzcuintle, Viringo und Chinese Crested Dog:
eine auf tierärztlichen Untersuchungen inkl. Infrarot-Thermografie und Verhaltensbeobachtungen,
Fragegesprächen mit Hundehaltern und Hundezüchtern, der Zuchtbuchstelle/ Zuchtleitung und dem
Zuchtrichterobmann im Club für Exotische Rassehunde, mit Verhaltensbiologen und Veterinären,
Daten von Hundekrankenversicherungen sowie
ausgewählten Aspekten einer internationalen Umfrage basierende
S t u d i e
zu Gesundheitsdaten unter besonderer Berücksichtigung der Behaarungs- sowie Gebissbesonderheiten dieser drei Rassen mit ausführlicher Fotodokumentation und detailliertem Schrifttum

Dr. med. vet. K. Alexandra Dörnath
Master of Science in Wild Animal Health (London)
prakt. Tierärztin und Inhaberin
Tierarztpraxis Klein Mexiko (Praxis für Zootiere, Circustiere, Wildtiere und Exotische Heimtiere)
Exoten-Kompetenz-Centrum (Schulungen, Fortbildungen, Vorträge und Gutachten)
Bennigsenstrasse 1b
28205 Bremen
Zusammenfassung
Dr. K. Alexandra Dörnath, Tierärztin, Master of Science in Wild Animal Health
Die alten Haushunderassen Xoloitzcuintle, Viringo und Chinese Crested Dog: eine auf tierärztlichen
Untersuchungen inkl. Infrarot-Thermografie und Verhaltensbeobachtungen, Fragegesprächen mit
Hundehaltern und Hundezüchtern, der Zuchtbuchstelle/ Zuchtleitung und dem Zuchtrichterobmann im
Club für Exotische Rassehunde, mit Verhaltensbiologen und Veterinären, Daten von Hundekrankenversicherungen sowie ausgewählten Aspekten einer internationalen Umfrage basierende Studie zu
Gesundheitsdaten unter besonderer Berücksichtigung der Behaarungs- sowie Gebissbesonderheiten
dieser drei Rassen mit ausführlicher Fotodokumentation und detailliertem Schrifttum
Tierarztpraxis Klein Mexiko, Exoten-Kompetenz-Centrum
8. Juni 2024
755 Seiten, 961 nummerierte Abbildungen (inkl. Anlage), 42 Tabellen, 402 aufgeführte Angaben im Schrifttum
Schlüsselwörter:
Xoloitzcuintle, Viringo, Perro sin pelo del Perú, Chinese Crested Dog, Haushund, Hund,
Kulturrasse, Studie, tierärztliche Untersuchung, Umfrage, Paragraf 11b Tierschutzgesetz,
Leiden, Schäden, Schmerzen, Behaarungsbesonderheit, Gebissbesonderheit, Nackthund,
haararme Haut, vollbehaart, Hairless, Coated, Powderpuff
Diese Studie stellt eine Untersuchung zu den alten Haushunderassen Xoloitzcuintle, Viringo und Chinese
Crested Dog unter besonderer Berücksichtigung ihrer rasse- resp. varietätentypischen Behaarungs- und
Gebissbesonderheiten dar. Sie ist die weltweit bisher umfassendste Datensammlung zu diesen Rassen.
Hierfür wurden Hunde dieser seltenen Rassen tierärztlich in einem Kennel pro Rasse sowie auf der
Clubsiegerschau des Clubs für Exotische Rassehunde der Jahre 2022 und 2023 untersucht. Überdies wurden
Hunde dieser drei Rassen bei einer Zuchtzulassung des Clubs für Exotische Rassehunde in den Jahren 2022
und 2023 in Augenschein genommen. Manche Hunde wurden mehrfach untersucht. Insgesamt wurden elf
Xoloitzcuintle-, 34 Viringo- und 58 Chinese-Crested-Dog-Individuen untersucht. Zusätzlich wurden Fragegespräche mit elf Hundehaltern und Hundezüchtern, der Zuchtbuchstelle/ Zuchtleitung und dem Zuchtrichterobmann im Club für Exotische Rassehunde, mit zwei Verhaltensbiologen und 14 Veterinären durchgeführt.
Daten von zehn Hundekrankenversicherungen und ausgewählte Aspekte einer internationalen Umfrage aus
insgesamt 28 Ländern flossen ebenfalls mit in diese Studie ein. Bei der weltweiten Umfrage gibt es zum
Fragebogen für die Halter Datensätze zu 153 Xoloitzcuintle-, 97 Viringo- und 304 Chinese-Crested-DogIndividuen. Des Weiteren liegen zum Fragebogen für die Züchter 44 Datensätze von 18 XoloitzcuintleZüchtern, 61 Datensätze von 17 Viringo-Züchtern und 122 Datensätze von 48 Chinese-Crested-Dog-Züchtern
vor. Stimmen von 24 Personen, die unterschiedlichen Fachgebieten (Biologie, Geschichte, Kunstgeschichte,
Paläontologie, Philologie, Theologie, Tiermedizin, Zahnmedizin) angehören, sind als O-Töne aufgeführt.
Die insgesamt 45 Vertreter der Rassen Xoloitzcuintle und Viringo waren bei den klinischen Untersuchungen
ihren Varietäten entsprechend unauffällig. Bis auf zwei von 58 Vertreter der Rasse Chinese Crested Dog
waren diese ausnahmslos ihren Varietäten entsprechend klinisch unauffällig.
Die befragten Hundehalter und Hundezüchter sowie die Zuchtbuchstelle/ Zuchtleitung und der Zuchtrichterobmann des Clubs für Exotische Rassehunde kennen zwischen 50 und über 3350 Vertreter dieser drei Rassen. Laut Angaben dieser sowie der Verhaltensbiologen und Tierärzte haben Hunde der Rassen Xoloitzcuintle, Viringo und Chinese Crested Dog kein eingeschränktes artgemäßes Verhalten. Daten der Hundekrankenversicherungen und Ergebnisse ausgewählter Aspekte der internationalen Umfrage weisen darauf hin, dass
diese Rassen gesunde Rassen sind. Auf die Fragestellung „Hatte der Hund bis heute Erkrankungen?“ antworteten die Halter für lediglich 15 von 153 Xoloitzcuintle-Individuen, für nur 16 von 97 Viringo-Individuen und für
einzig 49 von 304 Chinese-Crested-Dog-Individuen mit „Ja“. Bei der jeweiligen Spezifizierung der Krankheiten
ließ sich kein rasse- resp. varietätenspezifisches Muster erkennen. Angaben der Züchter lauteten beispielsweise: „None besides the common for any dog“ (Übersetzung: „Keine, außer denen, die für jeden Hund
normal sind“) von einem Xoloitzcuintle-Züchter, „Keine nennenswerten schweren Erkrankungen… Die Hunde
sind nicht anfällig... Es sind sehr robuste und gesunde Hunde. Gute problemlose Geburten mit normaler
Welpenanzahl und vitalen Welpen. Hervorragende Milchleistung und liebevolle Mütter“ aus einem erfahrenen
Viringo-Kennel sowie „nix besonderes, Tumor mit 14 Jahren“ von einem Chinese-Crested-Dog-Züchter.
Es gibt keine Hinweise darauf, dass Gebiss und Haut dieser Rassevertreter grundsätzlich nicht funktional sind.
Es liegen keine Hinweise dafür vor, dass „eine gewisse Immundefizienz“ grundsätzlich bei Vertretern dieser
Rassen vorliegt. Es gibt keine Hinweise dafür, dass Vertreter dieser Rassen grundsätzlich eine „sehr
empfindliche Haut“ haben: So liegen keine Daten zu umweltbedingtem Sonnenbrand, zu durch umweltbedingter UV-Strahlung verursachten Tumoren, zu Verletzungen, zu Fliegenbefall im Sommer und zu einer
höheren Allergierate als bei anderen Hunden vor. Es gibt keine Hinweise zu genetisch bedingten perinatalen
Todesfällen bei diesen Hunderassen. Verschiedene Körpertemperaturmessungen widerlegen die Behauptung,
diese Hunde hätten „klimatische Adaptationsstörungen“ sowie „Probleme in der Thermoregulation“.
Sämtliche Ergebnisse liefern keine Hinweise dafür, dass bei den Rassen Xoloitzcuintle, Viringo und Chinese
Crested Dog rasse- resp. varietätenbedingt, also quasi systemimmanent, durch angeborene Behaarungs- und
Gebissbesonderheiten bei den untersuchten Individuen Leiden, Schäden und/ oder Schmerzen vorliegen. Die
Fragegespräche, die Angaben der Hundekrankenversicherungen und die ausgewählten Aspekte einer
internationalen Umfrage geben keine Hinweise darauf, dass bei diesen Rassen vermehrt Erkrankungen
vorliegen. Diese Rassen werden als robust und vital beschrieben, deren Individuen grundsätzlich ein hohes
Alter erreichen. Die Erkenntnisse dieser Studie zu den Rassen Xoloitzcuintle, Viringo und Chinese Crested
Dog stimmen quasi überein mit denen, die Prof. Dr. Hansjoachim Hackbarth im Jahre 2008 über den Chinese
Crested Dog gewonnen hatte. Die vorliegende Arbeit widerlegt die im „Gutachten zur Auslegung von Paragraf
11b des Tierschutzgesetzes (Verbot von Qualzüchtungen)“ (BMVEL 2002) getätigten Behauptungen bezüglich
der sogenannten Nackthunde, die bereits bei Veröffentlichung dieses Gutachtens obsolet waren.
Demnach fallen diese alten Hunderassen weder unter den Paragrafen 11b des deutschen Tierschutzgesetzes
noch unter den Paragrafen 10 der deutschen Tierschutz-Hundeverordnung. Die Beschreibung einer kausal
genetischen Veränderung des Phänotyps eines Tieres allein reicht nicht aus, um einen Tatbestand nach
Paragraf 11b des Tierschutzgesetzes zu erfüllen oder gegen den Paragrafen 10 der Tierschutz-Hundeverordnung zu verstoßen, sondern der Nachweis daraus resultierender Schmerzen, Leiden oder Schäden ist hierbei
unerlässlich. Einen solchen Nachweis gibt es nicht.
Dieser Text plädiert für einen sorgfältigen Umgang mit Sprache. Das plakative Schlagwort „Qualzucht“ möge
durch den sachlichen Begriff „Paragraf-11b-Tier“ ersetzt werden. Der Begriff „Nackthund“ ist fehl am Platz, da
die Vertreter der drei Rassen Xoloitzcuintle, Viringo und Chinese Crested Dog nicht „nackt“ sind. Auch ist die
sogenannte „haarlose Varietät“, auch Hairless genannt, nicht „haarlos“ – sie hat eine haararme Haut.
Sprachlich zu bevorzugen – da fachlich korrekt – ist es daher, die Rassen mit ihren o. g. Rassenamen zu
bezeichnen und ihre beiden Varietäten zum einen statt als „haarlos“ als „Varietät mit haararmer Haut“, und die
bisher als „behaarte Varietät“ oder den als Coated bezeichneten Phänotyp bei den Rassen Xoloitzcuintle und
Viringo als „vollbehaart“ und bei der Rasse Chinese Crested Dog weiterhin als Powderpuff zu betiteln.
Ende der Zusammenfassung

Aktuelle politische Einordnung: Stellungnahme im Bundestag (Oktober 2024)
Dieses wissenschaftliche Fundament bildete u.a. auch die Basis für Dr. Dörnaths Tätigkeit als Einzelsachverständige und Expertin vor dem Bundestagsausschuss für Ernährung und Landwirtschaft im Oktober 2024. Im Rahmen der Novellierung des Tierschutzgesetzes stellte sie klar:
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Evidenz statt Vermutung: Dr. Dörnath forderte, dass § 11b TierSchG nur bei klinisch nachgewiesenen individuellen Schmerzen greifen darf. Das bloße Fehlen von Haaren bei den Hunden vom Urtyp erfülle dieses Kriterium nicht.
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Warnung vor „Willkür-Paragraphen“: Sie warnte davor, gesunde Tiere aufgrund veralteter Mythen zu kriminalisieren. Dies käme einem Todesurteil per Paragraf gleich.